DDr. Hanjo Hamann

Zettelkasten

Ironie der Geschichte: John Lennon und Attica State

(Kategorie Gesammeltes | 25.8.2007, 18:46)

Anfang der 1970er Jahre rückte das Hochsicherheitsgefängnis von Attica im US-Bundesstaat New York, die sog. Attica Correctional Facility, ins Visier der Öffentlichkeit. Viele Häftlinge, die unter unwürdigen Bedingungen in Attica leben mussten, hatten bessere Lebensbedingungen gefordert, der Streit war eskaliert und am 9.9.1971 übten knapp die Hälfte der 2.200 Häftlinge den Aufstand. Es gelang ihnen, das Gefängnis in ihre Gewalt zu bringen. Vier Tage lang verhandelten die Behörden, dann wurde das Gebäude gestürmt. 31 Häftlinge und 7 Wärter kamen im Kugelhagel um.

Der Aufstand schlug große Wellen und wurde in der Pop-Kultur der beginnenden 1970er vielfach verarbeitet. Einer der ersten, die sich des Themas annahmen, war John Lennon. Die Beatles hatten sich gerade getrennt (10.4.1970) und Lennon brachte 1972 mit "Some Time in New York City" sein drittes Soloalbum heraus - mit eher mäßigem Erfolg. Dieses Album enthielt das Lied "Attica State", in dem Lennon sang:

Media blames it on the prisoners
But the prisoners did not kill
"Rockefeller pulled the trigger"
That is what the people feel [...]
Free the prisoners, jail the judges
Free all prisoners everywhere
All they want is truth and justice
All they need is love and care.


Nur acht Jahre später, am 8.12.1980, wurde John Lennon vor seinem Apartment erschossen. Sein Mörder, Mark David Chapman, sitzt seit 1981 in der Attica Correctional Facility ein...