DDr. Hanjo Hamann

Zettelkasten

Verkehrszeichen

(Kategorie Beijing 2007 | 1.9.2007, 17:49)

Die erste Überraschung: Zebrastreifen, selbst wenn sie per blau-weißem Schild angekündigt sind, haben eine grundsätzlich andere Funktion als in Deutschland. Hier - so scheint es - markieren sie lediglich die Stellen, an denen ein Überqueren der Straße theoretisch möglich wäre. Ein Recht des Fußgängers hingegen begründen sie nicht. Deshalb steht auch an jedem Zebrastreifen entweder eine Ampel oder ein Paar Fähnchenschwenker. Zebrastreifen machen nach meinem Eindruck überhaupt nur Sinn, weil in Beijing vor einigen Jahren mit dem aufkommenden Verkehr neue Straßenbarrieren - Gartenzäune gewissermaßen - zwischen den Spuren eingeführt wurden, um die Beijinger davon abzuhalten, mitten durch den Verkehr zu rennen. Diese Barrieren haben mitunter über kilometerweite Strecken keine Unterbrechung - erst der Zebrastreifen signalisiert dann eine (theoretische) Möglichkeit des Übergangs.
Eine andere interessante Eigenheit ist die Position der Ampeln. Warum hängen deutsche Verkehrsampeln für Fußgänger an der jenseitigen Straßenseite, für Autofahrer aber an der diesseitigen? Welcher deutsche Autofahrer hat sich nicht schon geärgert, dass er zu weit vorgefahren ist und die Ampel nicht mehr sieht? Die Beijinger (die den Haltestreifen genauso pragmatisch handhaben und ggf. ignorieren wie jedes andere Verkehrszeichen) waren konsequent: Ampeln jeder Sorte hängen stets an der jenseitigen Straßenseite. Easy, eh?