Hanjo Hamann / Fachtexte

2 … Gedächtniskunst in der Rechtsdidaktik. Zum Wert von Eselsbrücken für Studium, Referendariat und Rechtspraxis, ZDRW 3 (2016), S. 116–135

Gedächtniskunst und Rechtsdogmatik gehören seit der Antike untrennbar zusammen, doch ihr Verhältnis kehrte sich im Lauf der Geschichte um: War die Rechtsdogmatik ursprünglich nur mnemotechnisches Hilfsmittel zum Erlernen des antiken Fallrechts, gewann sie im Zeitalter der Kodifikationen die Oberhand und machte sich ihrerseits die Gedächtniskunst für das Rechtsrepetitorium und als allgemeine Berufskompetenz (soft skill) dienstbar. Der Beitrag untersucht eine einfache Gedächtniskunst – den Bau von „Eselsbrücken“ – auf ihre Funktionsweise, ihr Potential und ihre Grenzen, arbeitet drei didaktische Konstruktionsprinzipien heraus (Passung und Anschaulichkeit; phonetische Kodierung; semantische Verknüpfung) und belegt an praktischen Beispiele den didaktischen Wert von Eselsbrücken – und Gedächtnisschulung allgemein – in der Juristenausbildung.

1 … Juristische Eselsbrücken. Anregungen zum Einsatz der Mnemonik im Rechtsstudium, StudZR 7 (2010), S. 125–143

Von allen Arbeitsmitteln des Juristen ist sein Gedächtnis wohl das wichtigste, zumindest vor dem Examen. Dennoch investieren Jura-Studenten weniger als Studenten anderer Fachrichtungen in die Förderung ihres Erinnerungsvermögens. Dabei haben Psychologen längst wissenschaftlich fundierte Untersuchungen über mnemonische Lernhilfen vorgelegt. Der folgende Text befasst sich erstmals im juristischen Schrifttum mit diesem Thema und bietet einfache Eselsbrücken zur Bewältigung juristischer Lerninhalte an. Eine zumindest grundlegende Beschäftigung mit Mnemonik ist jedem Studenten anzuraten; sie ist Lernhilfe und soft skill zugleich und schafft freie Zeit für die wirklich interessanten juristischen Probleme.