Hanjo Hamann / Fachtexte

12 … Empirische Erkenntnisse in juristischen Ausbildungsarbeiten. Prüfungsschema, Zitier- und Arbeitshilfen für das Jurastudium und danach, JURA 39 (2017), S. 759–769

Von jungen Jurist(inn)en wird zunehmend Aufgeschlossenheit für empirische Forschung erwartet. Schon eines der traditionsreichsten juristischen Lehrbücher – die Digesten Iustinians – war der Ansicht, „dass zur Rechtskenntnis nicht nur das Wissen um die Rechtsnormen (iusti atque iniusti scientia), sondern auch die Einsicht in die menschliche Wirklichkeit gehört (humanarum rerum notitia).“ Bis heute fehlt es jedoch an Handreichungen, wie sich solche empirischen Einsichten in juristische Studien- und Qualifikationsarbeiten integrieren lassen. Der vorliegende Aufsatz schafft Abhilfe und entwickelt ein Prüfungsschema für die „Rezeption“ empirischer Erkenntnisse in juristischen Ausbildungsarbeiten.

11 … Gedächtniskunst in der Rechtsdidaktik. Zum Wert von Eselsbrücken für Studium, Referendariat und Rechtspraxis, ZDRW 3 (2016), S. 116–135

Gedächtniskunst und Rechtsdogmatik gehören seit der Antike untrennbar zusammen, doch ihr Verhältnis kehrte sich im Lauf der Geschichte um: War die Rechtsdogmatik ursprünglich nur mnemotechnisches Hilfsmittel zum Erlernen des antiken Fallrechts, gewann sie im Zeitalter der Kodifikationen die Oberhand und machte sich ihrerseits die Gedächtniskunst für das Rechtsrepetitorium und als allgemeine Berufskompetenz (soft skill) dienstbar. Der Beitrag untersucht eine einfache Gedächtniskunst – den Bau von „Eselsbrücken“ – auf ihre Funktionsweise, ihr Potential und ihre Grenzen, arbeitet drei didaktische Konstruktionsprinzipien heraus (Passung und Anschaulichkeit; phonetische Kodierung; semantische Verknüpfung) und belegt an praktischen Beispiele den didaktischen Wert von Eselsbrücken – und Gedächtnisschulung allgemein – in der Juristenausbildung.

10 … „Pasta“ mit „Sauce“ und „Wurst“. Eine Eselsbrückensammlung für Jurist(inn)en, Esel brück' Dich! 1.6.2016

Im zweiten Heft der Zeitschrift für Didaktik der Rechtswissenschaft (ZDRW) von 2016 erschien mein Aufsatz unter dem Titel „Gedächtniskunst in der Rechtsdidaktik. Zum Wert von Eselsbrücken für Studium, Referendariat und Rechtspraxis“, der auch Beispiele für juristische Eselsbrücken zusammenstellte. Aus Platzgründen musste die dort abgedruckte Sammlung allerdings auf 20 Eselsbrücken gekürzt werden, daher wird die ursprünglich vorgesehene Sammlung von 73 Eselsbrücken (und einigen weiteren nur in Fußnoten erwähnten) nun als Zusatzmaterial auf der Lernplattform www.eselbrueckdich.de zur Verfügung gestellt.

9 … Per Anhalter durch die Urteilsformalien. Ein vergleichendes Muster für Referendare, JA 48 (2016), S. 450–453

Eine der wichtigsten Fähigkeiten, die angehenden Assessoren im zweiten Staatsexamen abverlangt wird, ist die sichere Beherrschung formaler Gestaltungsvorgaben. Der richtige formale Aufbau der praktischen Prüfungsleistungen bringt zwar kaum Punkte, dafür kostet der falsche umso mehr. Denn bei Licht betrachtet sind die Formalien größtenteils harmlos: Ihre Beherrschung verlangt kein intellektuelles Hexenwerk, sondern „nur“ Fleiß und Übung. Es empfiehlt sich deshalb, den Lernaufwand zu verringern, indem die erdrückende Vielfalt von Formalien auf gewisse allgemeine Standardmuster zurückgeführt wird. Das versucht die vorliegende Arbeitshilfe.

8 … Zeitgeistreiches. Scherz und Ernst in der Juristenzeitung: Glossen aus sechzig Jahren, Verlag Mohr Siebeck, Tübingen 2015, ISBN 978-3-16-154251-0 (207 S.), gemeinsam mit Martin Idler

Gut anderthalb Jahrhunderte ist es her, dass ein berühmter Gelehrter die Rechtswissenschaft mit einer bissigen Satire aufs Korn nahm und durch seinen humoristischen Geniestreich unseren Blick auf das Recht für immer veränderte. Wenige Jahren sind es, seit eine im Verlag Mohr Siebeck erschienene Doktorarbeit beiläufig feststellte: »Dass man Juristen Humor nachsagt, ist eher die Ausnahme.« Was ist in der Zwischenzeit geschehen? Wie haben sich Humor und Nachdenklichkeit in der Juristerei über die Jahrzehnte verändert? Das 70-jährige Jubiläum der renommierten »Juristenzeitung« (JZ) bietet Anlass, zurückzuschauen auf die über 400 Glossen und Satiren, die in dieser Fachzeitschrift von 1951 bis 2010 erschienen sind. Mit dem Abstand einiger Jahre wird deutlich, welche dieser Randnotizen heute noch (oder wieder) lesenswert, amüsant und brisant sind. In der vorliegenden »Weihnachtsgabe« präsentieren ein Lektor des Verlags und der Schriftleiter der JZ eine persönliche Auswahl. Darin erweist sich die juristische Glosse – unterhaltsame Kunstform ebenso wie Format geistreicher Wissenschaftskritik – als zeitgemäßer denn je.

7 … Referendarsstation im juristischen Wissenschaftsverlag Mohr Siebeck, JuS 56 (2015), Nr. 3, S. 32–34

Finanzinvestoren nennen sie gern „“Hidden Champions“, die kleinen Familienbetriebe im Ländle, die mit traditionsreichen Geschäftsmodellen und schwäbischem Qualitätsbewusstsein beachtliches internationales Renommee und nicht selten die Weltmarktführerschaft erringen und sich trotzdem – nein: deshalb – nicht zum Börsengang hinreißen lassen, sondern in Familienhand bleiben. Dabei müssen „Hidden“ Champions keineswegs im Verborgenen werkeln: Nördlich der Schwäbischen Alb etwa prägt einer sein Löwensignet samt Gründungsjahr 1801 auf Abertausende von Druckwerken – um gerade von sich reden zu machen: Der Verlag Mohr Siebeck GmbH & Co. KG. Hervorgegangen aus zwei südwestdeutschen Verlagsbuchhandlungen, gehört er heute den namensgebenden Siebecks in vierter und fünfter Generation und beschäftigt etwa 40 Mitarbeiter. Sitz des Unternehmens ist ein korallenrotes Palazzo mit dem in die Fassade gemeißelten Wahlspruch Artibus Ingenuis („Den edlen Künsten“), schräg gegenüber vom Hauptgebäude der Universität von 1477 mit dem ungleich kühneren Motto ihres Gründers Attempto („Ich wage es“). Dort sitzen sowohl die Zulieferer als auch die Endkunden des Verlags, denn für Juristen sind dessen gelb eingeschlagene Monografien, seine zig Lehrbücher und bald sieben Großkommentare ebenso unverzichtbar wie die Entscheidungssammlung BVerfGE und die Zeitschriften AcP, AöR, JZ und RabelsZ, die dort neben 15 weiteren erscheinen. Grund genug für eine Referendarsstage im Vorhof der Rechtswissenschaft.

6 … Das Geheimnis der Gedächtniskunst (II), JJ 1 (2010), Nr. 2, S. 26–28

Obwohl in Jura unzählige Prüfungsreihenfolgen, Definitionen und Strukturen zu pauken sind, ist die Zahl der Eselsbrücken gering. Der Autor stellt im zweiten Teil des Beitrags weitere Hilfen vor und erläutert die Technik, wie man selbst Eselsbrücken baut.

5 … Juristische Eselsbrücken. Anregungen zum Einsatz der Mnemonik im Rechtsstudium, StudZR 7 (2010), S. 125–143

Von allen Arbeitsmitteln des Juristen ist sein Gedächtnis wohl das wichtigste, zumindest vor dem Examen. Dennoch investieren Jura-Studenten weniger als Studenten anderer Fachrichtungen in die Förderung ihres Erinnerungsvermögens. Dabei haben Psychologen längst wissenschaftlich fundierte Untersuchungen über mnemonische Lernhilfen vorgelegt. Der folgende Text befasst sich erstmals im juristischen Schrifttum mit diesem Thema und bietet einfache Eselsbrücken zur Bewältigung juristischer Lerninhalte an. Eine zumindest grundlegende Beschäftigung mit Mnemonik ist jedem Studenten anzuraten; sie ist Lernhilfe und soft skill zugleich und schafft freie Zeit für die wirklich interessanten juristischen Probleme.

4 … Das Geheimnis der Gedächtniskunst, JJ 1 (2010), Nr. 1, S. 12–14

Es ist wie verhext: Manche Dinge wollen einfach nicht hängen bleiben. Dann hilft nur eine „Eselsbrücke“: ein Bild, eine Buchstaben- oder Zahlenkombination. Der Autor erläutert die Technik, wie man Brücken baut. Eine Anleitung.

3 … „Unzulässig, aber gelegentlich nicht beanstandet“. Die Hilfsmittelverfügungen der Landesjustizprüfungsämter, myops 3 (2009), Nr. 2, S. 40–44

Jurastudenten von heute sind keine Glossatoren. Sie dürfen es auch nicht sein, denn handschriftliche Anmerkungen in den Hilfsmitteln zum Ersten Staatsexamen sind weitgehend verboten. Über Sinn und Unsinn dieser Praxis von einem, dessen Examenserinnerung noch frisch ist.

2 … Student Participation in Legal Education in Germany and Europe, GLJ 10 (2009), S. 1095–1112, gemeinsam mit Lisa Rieder

In Germany, the possibilities of students to participate in and contribute to legal education are generally quite limited. Compared to the legal education systems in the USA and Canada, the course of studies is rather theoretical and quite anonymous. Communication between students, faculty staff and deans is rare, and classes are fairly big. As to the abstractness of the curriculum, several changes have been made to improve the situation. For example, a reform in 2003 was supposed to increase foreign language competence and provide for more specialization and practical relevance. However, the system can still (or again) be considered to be “under construction”. Many important skills are not being taught, and the awareness of the international, social and cultural contexts is largely neglected or lacking reference to the subject matter. There is an ongoing debate about further changes to the legal educational systems especially about the adoption of the Bologna Process. While some consider it inapplicable to the German system, others have already started transferring it at their university. Several federal states have meanwhile started endorsing a basic reform. However the next rulings will not be until 2011. Presently scholars, policy-makers in the field of education and economists face the challenge of devising strategies for legal education that meet the needs and interests of all ”stakeholders” while being compatible with the traditional German system. Students are curious and concerned about the future of their curriculum. Their means of participation include a) passively evaluating teachings, b) actively engaging in a student parliament or self-governed student councils of a special field (so-called Fachschaften) and c) actively involving in student organizations.

1 … Übungsfall: A Life 4 Sale, ZJS 2 (2009), S. 267–273

Der Übungsfall richtet sich an Studierende fortgeschrittener Semester und spinnt eine wahre, wenn auch bizarre, Begebenheit aus der Tagespresse weiter. Die erste Frage betrifft rechtliche Probleme der Internetauktion, die Formerfordernisse des § 311b BGB sowie das Mangelgewährleistungsrecht bei Kauf einer Sachgesamtheit. Die zweite Frage thematisiert das Institut der Vertragsübernahme.