Hanjo Hamann / Fachtexte

28 … § 157 BGB in praxisgerechten Zitierringen. Mein viel zu verschämter Versuch, im Onlinekommentar zitiert zu werden, JZ 72 (2017), S. 1098–1099

Neulich schmökerte ich wieder einmal in meinem Lieblingsbuch, dem BGB. Da gibt es einen Paragraphen 157, der uns alles sagt, was wir jemals über Verträge wissen wollten: „Verträge sind so auszulegen, wie Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitte es erfordern.“ Das ist eine eminent wichtige Grundvorschrift unseres Zivilrechts, über die ganze Bibliotheken geschrieben wurden. Allein die große graue Datenbank verzeichnet 2558 Aufsätze, darunter 16 aus dem „Archiv für die civilistische Praxis“ und 77 aus der „Neuen Juristischen Wochenschrift“ – von Monographien ganz zu schweigen. Und weil ich keine Zeit hatte, das alles selbst zu sichten, frug ich jene, die dafür bezahlt werden: Die Kommentatoren.

27 … Open Access in German Legal Academia. Challenges and Perspectives, blogdroiteuropéen 25.10.2017

This contribution introduces readers to academic Open Access publishing in German jurisprudence. This article was first published on the 25 October 2016, updated on the 25 October 2017.

26 … VGH Mannheim verhandelt über Open Access. Müssen Wissenschaftler ihre Ergebnisse frei zugänglich machen?, LTO 8 (2017), Nr. 24747, S. 1–2, gemeinsam mit Fabienne Graf

Der VGH Mannheim hat verhandelt, ob Universitäten ihre Professoren zwingen dürfen, veröffentlichte Erkenntnisse frei verfügbar zu machen. Die lang erwartete Abwägung zwischen Urheber- und Wissenschaftsrecht steht aus, der Fall geht wohl zum BVerfG.

25 … Richter im Internet. Editionsbericht zur Digitalisierung der Geschäftsverteilungspläne der deutschen Bundesgerichte seit dem Zweiten Weltkrieg, fhi 21 (2017), Nr. 8, S. 1–12

Die freie Verfügbarkeit amtlicher Rechtstexte in Deutschland schreitet voran. Nachdem die Bundesgesetze und -verordnungen seit 25.11.2005 unter www.gesetze-im-internet.de, die Verwaltungsvorschriften seit 27.11.2007 unter www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de und die neueren Entscheidungen der Bundesgerichte seit 27.1.2016 unter www.rechtsprechung-im-internet.de verfügbar sind, folgte im Februar 2017 mit www.richter-im-internet.de ein neues Informationsportal zu den Zuständigkeiten und Personalien der deutschen Bundesjustiz. Damit liegt ein neues Korpus von Forschungsdaten digitalisiert vor, das für die (Rechts-)Geschichte gleichermaßen nützlich sein wird wie für die Politikwissenschaft, Soziologie und andere empirische Sozialwissenschaften.

24 … Text, Kontext und Textualismus in der juristischen Methodenlehre. Frank Easterbrook neu gelesen und übersetzt, S. 135–150 in: Vogel (Hrsg.), Recht ist kein Text. Studien zur Sprachlosigkeit im verfassten Rechtsstaat, Verlag Duncker & Humblot, Berlin 2017

Eine der führenden Strömungen der US-amerikanischen Rechtsmethodik bezeichnet sich stolz als „Textualismus“ und zelebriert die „weitestmögliche Bevorzugung von Sprache und Systematik des Rechts gegenüber historischer Auslegung und Wertzuschreibung“. Doch kommt darin nicht ein hoffnungslos naiver Irrglaube an die Objektivität von Sprache zum Vorschein? Vielleicht nicht. Der Beitrag stellt eine der wichtigsten Programmschriften des US-amerikanischen Textualismus vor und übersetzt sie erstmals auf Deutsch. Ihr Verfasser, der einstige Rechtsprofessor und heutige US-Bundesrichter Frank H. Easterbrook, skizziert darin seine Vorstellung, wie der sog. Textualismus zur richterlichen Selbstbescheidung und zur effektiven Gewaltenteilung beiträgt, ohne dabei einem überholten vormodernen Sprachverständnis aufzusitzen. Die Thesen seines Textes sind heute so zeitgemäß wie bei ihrer Erstveröffentlichung vor gut zwanzig Jahren und ermutigen zu einem fruchtbaren transatlantischen Diskurs, der im folgenden Beitrag dieses Bandes von deutscher Seite fortgesetzt wird.

23 … Offene Wissenschaft. Wie kann sich Freies Wissen weiter entwickeln? (Interview), WMde-Blog 28.6.2017

Bereits 2015 wurde Wikidata mit dem Preis „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ prämiert, in diesem Jahr ist es die Onlineplattform www.Richter-im-Internet.de von Hanjo Hamann aus dem Fellow-Programm Freies Wissen 2016/17, das im vergangenen Jahr von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband ins Leben gerufen wurde. Im nachfolgenden Interview berichtet der Preisträger über die Bedeutung von Offenheit in der Wissenschaft, Wikidata und was in Zukunft für Freies Wissen getan werden muss.

22 … Müssen Richter mit allem rechnen? Empirische Realitäten im Rechtssystem, MPG Jahrbuch 6.3.2017

Kontinentaleuropäisches Rechtsdenken steht Empirie und Statistik traditionell eher fern. Und doch versuchen Juristen schon seit über einhundert Jahren, Erkenntnisse über den Ist- und den Soll-Zustand der Gesellschaft zusammenzubringen. Diese Versuche mussten sich immer wieder an neue Denkparadigmen anpassen und richten sich heute auf die argumentative Bewältigung verschiedener Weltbeschreibungen; insofern sind sie für die Rechtsarbeit unverzichtbar und werden auch die juristische Ausbildung künftig entscheidend prägen. Komplexe Rechtswirklichkeiten erfordern statistisches Rechtsdenken.

21 … Gerichtsurteile als Menschenwerk. Zum Editionsprojekt „Die Namen der Justiz“, WMde-Blog 23.2.2017

Das Fellow-Programm Freies Wissen wurde 2016 von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband initiiert, um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei zu unterstützen, ihre eigene Forschung und Lehre im Sinne von Open Science zu öffnen und damit für alle zugänglich und nachnutzbar zu machen. In diesem Gastbeitrag stellt der Stipendiat Hanjo Hamann sein Projekt vor, welches er im Rahmen des Fellow-Programms durchführt.

20 … Freier Zugang zur juristischen Fachliteratur im Spiegel der Open-Science-Bewegung. Reflexionen zur Tagung «Open Access in den Rechtswissenschaften» vom 27. Mai 2016 an der Universität Bern, sui generis 3 (2016), S. 96–104

Die Wissenschaftskommunikation befindet sich weltweit im Umbruch: Einflussreiche Forschungsinstitutionen wollen bis 2020 die Resultate aller öffentlich finanzierten Forschung frei im Internet zugänglich machen. Die sogenannte Open-Access-Bewegung wird auch die Rechtswissenschaft in ihren Grundfesten erschüttern, wenn Juristen nicht frühzeitig vorbauen. Nur eine breite und ergebnisoffene Diskussion über die Ursachen, Potentiale und Gefahren von Open Access kann verhindern, dass die Besonderheiten der juristischen Fachkultur und die gewachsenen Strukturen ihrer Verlage in den entscheidenden Debatten übersehen oder übergangen werden. Diese Diskussion wurde nun durch eine Tagung an der Universität Bern eröffnet, die neue Impulse gesetzt hat und zu weitergehenden Reflexionen über den Mehrwert von Open Access, den bisherigen Widerstand vieler Rechtswissenschaftler und die künftige Rolle der juristischen Fachverlage anregt.

19 … Justiz im Dauerfeuer, JZ 71 (2016), S. 1108–1110

Es herrscht Krieg in der deutschen Rechtspflege. Die Tagespresse schweigt, doch täglich mehren sich in den Fachgazetten Andeutungen auf gewalttätige Ausschreitungen an deutschen Gerichten – bis hin zu den höchsten der Republik.

18 … Open Access in der Rechtswissenschaft. Tagung an der Universität Bern am 27. Mai 2016, GRUR 118 (2016), S. 1140–1142

Das Kürzel „OA“ ist juristisch verwaist, seit 1934 die württembergischen Oberämter in Kreise umbenannt wurden. Nun wird es neu belebt: Man spricht von „OA‐Veröffentlichungen“ und meint jene, auf die jedermann im Internet offen zugreifen kann – auf Englisch: „Open Access“. Waren OA‐Veröffentlichungen bislang vor allem Gegenstand juristischer Forschung, erreichten sie die deutsche Jurisprudenz am 27.5.2016 auch als binnendisziplinäre Methodenfrage. Darüber zu diskutieren hatten D. Verdicchio, D. Hürlimann, B. Dengg und R. Schatzmann an die Universität Bern eingeladen.

17 … The Hog Cycle of Law Professors. An Econometric Time Series Analysis of the Entry-level Job Market in Legal Academia, PLoS ONE 11 (2016), Nr. e0159815 & e0168041, S. 1–22, gemeinsam mit Christoph Engel

The (German) market for law professors fulfils the conditions for a hog cycle: In the short run, supply cannot be extended or limited; future law professors must be hired soon after they first present themselves, or leave the market; demand is inelastic. Using a comprehensive German dataset, we show that the number of market entries today is negatively correlated with the number of market entries eight years ago. This suggests short-sighted behavior of young scholars at the time when they decide to prepare for the market. Using our statistical model, we make out-of-sample predictions for the German academic market in law until 2020.

16 … “Begin at the beginning”. Lawyers and Linguists Together in Wonderland, Winnower 3 (2016), Nr. 4919, S. 1–9, gemeinsam mit Friedemann Vogel / Dieter Stein / Andreas Abegg / Łucja Biel / Lawrence M. Solan

What do patterns in legal language tell us about power, policy and justice? This question was at the heart of a conference on “The Fabric of Language and Law: Discovering Patterns through Legal Corpus Linguistics”, convened in March 2016 by the international research group “Computer Assisted Legal Linguistics” (CAL²) under the auspices of the Heidelberg Academy of Sciences. About forty scholars from Germany, Switzerland, Italy, Poland, Spain and the US brought together their different intellectual and disciplinary perspectives on computational linguistics and legal thinking. Concluding the conference, four legal linguistics experts – two native linguists, two native lawyers – discussed the perspectives and limitations of computer-assisted legal linguistics. Their debate, which this article faithfully reproduces, touches on some of the essential epistemological issues of interdisciplinary research and evidence-based policy, and marks the way forward for legal corpus linguistics.

15 … Mauerfall in den Wissenschaften. Tagung “OpenCon 2015 – Empowering the Next Generation to Advance Open Access, Open Education and Open Data” vom 14. bis 16. November 2015 in Brüssel, RW 7 (2016), S. 318–326

Als „Bezahlmauer“ (paywall) wird der Bildschirm bezeichnet, den sieht, wer versucht, diesen Tagungsbericht online abzurufen: Er enthält Titeldaten und Vorschau sowie den Hinweis „Um Zugang zum Volltext (kostenpflicht) zu erhalten, haben Sie folgende Möglichkeiten: Bitte melden Sie sich an! / Bitte kontaktieren Sie den Kundenservice! / Zur gedruckten Ausgabe“. Der eigentliche, nun folgende, Text befindet sich „hinter“ der Mauer. Glaubt man den Prophezeiungen einer neuen Wissenschaftlergeneration, werden diese Bezahlmauern bald fallen. [Tagungsbericht]

14 … Das Buch der Bücher, im Original mit Untertiteln. Rechtstatsachen und Reflexionen zur Gliederung deutscher Gesetze, ZG 30 (2015), S. 381–395

Die Gliederung deutscher Gesetze ist ein wichtiges Thema sowohl der Legistik und Rechtsförmlichkeit als auch der juristischen Methodenlehre, wurde allerdings noch nie systematisch untersucht. Empirisches Wissen über die bislang gebräuchlichen Arten der Gesetzesgliederung ist ebenso rar wie methodische Reflexionen, die bei der künftigen Gestaltung deutscher Gesetze helfen können. Der vorliegende Beitrag schafft Abhilfe, präsentiert erstmals rechtstatsächliche Befunde und stößt dabei auf mancherlei Kuriosität.

13 … Zeitgeistreiches. Scherz und Ernst in der Juristenzeitung: Glossen aus sechzig Jahren, Verlag Mohr Siebeck, Tübingen 2015, ISBN 978-3-16-154251-0 (207 S.), gemeinsam mit Martin Idler

Gut anderthalb Jahrhunderte ist es her, dass ein berühmter Gelehrter die Rechtswissenschaft mit einer bissigen Satire aufs Korn nahm und durch seinen humoristischen Geniestreich unseren Blick auf das Recht für immer veränderte. Wenige Jahren sind es, seit eine im Verlag Mohr Siebeck erschienene Doktorarbeit beiläufig feststellte: »Dass man Juristen Humor nachsagt, ist eher die Ausnahme.« Was ist in der Zwischenzeit geschehen? Wie haben sich Humor und Nachdenklichkeit in der Juristerei über die Jahrzehnte verändert? Das 70-jährige Jubiläum der renommierten »Juristenzeitung« (JZ) bietet Anlass, zurückzuschauen auf die über 400 Glossen und Satiren, die in dieser Fachzeitschrift von 1951 bis 2010 erschienen sind. Mit dem Abstand einiger Jahre wird deutlich, welche dieser Randnotizen heute noch (oder wieder) lesenswert, amüsant und brisant sind. In der vorliegenden »Weihnachtsgabe« präsentieren ein Lektor des Verlags und der Schriftleiter der JZ eine persönliche Auswahl. Darin erweist sich die juristische Glosse – unterhaltsame Kunstform ebenso wie Format geistreicher Wissenschaftskritik – als zeitgemäßer denn je.

12 … Der „Sprachgebrauch“ im Waffenarsenal der Jurisprudenz. Die Rechtspraxis im Spiegel der quantitativ-empirischen Sprachforschung, S. 184–204 in: Vogel (Hrsg.), Zugänge zur Rechtssemantik. Interdisziplinäre Ansätze im Zeitalter neuer Medien, Verlag de Gruyter, Berlin 2015

Wie sprechen Juristen über Sprache? Die heute herrschende Rechtsmethodik geht für die Interpretation von Rechtstexten vom „allgemeinen Sprachgebrauch“ aus. Unklar ist aber, was sie mit „Sprachgebrauch“ meint, wozu sie ihn benötigt und wie sie ihn ermittelt. Um quantitativ verlässliche Antworten auf diese Fragen zu geben, sichtet die vorliegende Untersuchung alle Vorschriften des Bundesrechts und die knapp 9.000 wichtigsten höchstgerichtlichen Urteile der letzten zehn Jahre, um zu untersuchen, wie diese Rechtstexte den „Sprachgebrauch“ verwenden. Es zeigt sich, dass sie damit zwei kategorial verschiedene Phänomene bezeichnen: einerseits die Begriffsdefinitionen der Normsetzer, andererseits die Verständigungspraxis der Normadressaten. Letztere zieht die Rechtsprechung vor allem zur Begriffsbestimmung heran und ermittelt sie vorrangig aus Wörterbüchern oder eigener Sprachkenntnis. Der Beitrag zeigt Bedenken gegen dieses Vorgehen auf und erörtert Methoden, um den „Sprachgebrauch“ empirisch zu fundieren. Solche Methodenehrlichkeit beugt der Sinnentleerung des rhetorischen Topos vor.

11 … Fliegende Schweine im Recht. Prolegomena zu einer wissenschaftlichen Faselei, NJW 68 (2015), S. 459–461

Unbemerkt von der breiteren Öffentlichkeit jährte sich jüngst zum 40. Mal eine Erfindung, die zu einem festen Bestandteil unserer Rechtssprache geworden ist, aber bisher nie systematisch untersucht wurde. Der vorliegende Beitrag dokumentiert ihre historische Entwicklung und regt weitere Untersuchungen an.

10 … Bovigus. Revisiting a Legal Discovery, JIR 52 (2014), Nr. 4, S. 29–31

In 1838 a German law professor discovered an animal that biology has never heard of. His feat was acknowledged as being one of history’s boldest examples of legal reasoning, but ill feelings on the part of more established colleagues prevented its positive reception. The professor went on to become one of the most renowned legal scholars of his day, but his discovery fell into oblivion. Now it is time to revisit and extend this research.

9 … Moderne Verwaltung und E-Mail – oder: Eine Nummer über die Nummer, JZ 69 (2014), S. 295–296

Haben Sie schon eine E-Mail-Nummer? Die haben Sie ganz sicher, aber vielleicht wissen Sie es nicht. Denn früher hießen E-Mail-Nummern noch E-Mail-„Adressen“. Wie altmodisch. Das deutsche Verwaltungsrecht ist längst weiter.

8 … Zwei Drittel der Wirklichkeit, SSRN 30.8.2012, gemeinsam mit Christiane Heinicke

Welche Medien eignen sich für den öffentlichen Diskurs über brisante rechtliche und politische Fragen? Darum geht es in der folgenden Kurzgeschichte. Sie thematisiert die umstrittene Beschränkung des freien Zugangs zu deutschen Gerichtsurteilen, die jüngst durch ein spektakuläres Urteil des Verwaltungsgerichtshofs von Baden-Württemberg in die Presse geraten ist (nachzulesen in: Spiegel v. 12.5.2013, Legal Tribune Online v. 6.6.2013, Badische Zeitung v. 18.6.2013). Anhand dieses Themas stellt die Geschichte dar, wie die Beschränkungen traditioneller Presseorgane dazu führen können, dass wichtige Fragen systematisch vernachlässigt werden, zugunsten oberflächlich interessanterer und leichter zugänglicher Themen. Ökonomische und politische Sachzwänge tragen dazu ebenso bei wie psychologische Gruppendynamiken. Partizipative Internetmedien hingegen sind dank ihrer größeren Unabhängigkeit und dezentralen Organisation flexibler, können leichter provokante Fragen aufwerfen und bisweilen sogar größere Rechercheressourcen mobilisieren. Andererseits sind Internetmedien oft weniger originell, weniger zuverlässig und leichter zu instrumentalisieren. An mehreren Beispielen der letzten Jahre illustriert die Geschichte diese Erkenntnisse und stellt unausgesprochen die Frage nach der Rolle investigativer Recherchen im Medienmix der Zukunft.

7 … Juristische Kuriositäten II. Über Tiere, Menschen und ihre Missverständnisse, Verlag GRIN, München 2010, ISBN 978-3-640-53191-2 (36 S.)

Der Aufsatz beleuchtet Kuriositäten im deutschen Recht, und beginnt - getreu seinem Untertitel - im ersten Abschnitt mit den Rechtsverhältnissen der Tiere, leitet dann im zweiten Abschnitt zum Mensch-Tier-Verhältnis über, bevor es im dritten Abschnitt ganz um die (auch halben) Menschen geht. Der vierte Abschnitt schließlich beleuchtet ein besonders kurioses Missverständnis aus der Welt der Juristen.Der Text richtet sich an juristische Fachleute und interessierte Laien.

6 … Die Straße zur Freiheit? – oder: Kritische Bemerkungen zur Neubekanntmachung von Gesetzen, DÖV 62 (2009), S. 1121–1130, gemeinsam mit Christoph Schwalb

Vor einigen Wochen erschien mit der Neufassung des Gefahrgutbeförderungsgesetzes ein Lehrstück über das Selbstverständnis, mit dem manche Ministerien Parlamentsgesetze behandeln. Die aberwitzigen Textfehler der Bekanntmachung bezeugen eine Sorglosigkeit, die wohl nur Spiegelbild der Eigenmächtigkeit ist, mit der die Behörde zugleich den Gesetzestext „korrigiert“ hat. Der Beitrag belegt anhand zahlreicher Beispiele, dass Neubekanntmachungen oft an substantiellen Fehlern leiden, die meist auf eine Missachtung der rechtsstaatlichen Förmlichkeit zurückzuführen sind. In sechs Thesen entwirft der Beitrag sodann ein dogmatisches Grundgerüst für die Bekanntmachungspraxis, das derartige Fehler ausschließen soll; abschließend regt er auch die Wiederbelebung des BGBl. III an.

5 … Verwirrende Vorschriften im Verbrauchssteuerrecht. [Zugleich eine Kritik am großzügigen Umgang mit Exekutivermächtigungen], BB 64 (2009), Nr. 48, S. M1, gemeinsam mit Georg A. Wittuhn

Mao Zedong prägte die berühmte Kampfparole „Chaos regiert die Welt – die Lage ist ausgezeichnet.“ Ob der deutsche Steuergesetzgeber ähnlich daoistisch denkt?

4 … „Unzulässig, aber gelegentlich nicht beanstandet“. Die Hilfsmittelverfügungen der Landesjustizprüfungsämter, myops 3 (2009), Nr. 2, S. 40–44

Jurastudenten von heute sind keine Glossatoren. Sie dürfen es auch nicht sein, denn handschriftliche Anmerkungen in den Hilfsmitteln zum Ersten Staatsexamen sind weitgehend verboten. Über Sinn und Unsinn dieser Praxis von einem, dessen Examenserinnerung noch frisch ist.

3 … Kuriose Gesetzestexte. SozSichAbkÄndAbk2ZAbkTURG ist einfach kürzer, SPON 6.7.2009

Doppelungen, Wortungetüme, Abkürzungsbandwürmer - in deutschen Gesetzestexten findet sich so manche verbale Entgleisung. SPIEGEL ONLINE stellt die kuriosesten Sprachkreationen vor.

2 … Juristische Kuriositäten. Ein Spaziergang durch den Paragrafendschungel, NJW 62 (2009), S. 727–732

Unter Juristen wird oft diskutiert, so manches mal gar „gestritten“; sogar darüber, ob es „streitig“, „strittig“ oder „umstritten“ heißen muss, streiten Juristen bekanntlich. Doch viel zu selten nimmt man sich die Zeit, einmal entspannt durch den Paragraphendschungel zu spazieren. Nur eine Stunde im grünen Wald, um sich an hübscher Flora zu erfreuen, kuriosen Wildwuchs zu bewundern und die Atmosphäre aufzunehmen – recht modrig hier, gar duftig dort. Eine Glosse.

1 … Kurioses im Paragrafendschungel. Interview, NJW 62 (2009), Nr. 9, S. XIV–XVI

Welches ist das einzige noch gültige Gesetz in Deutschland, das nur aus "weggefallen(en)" Regelungen besteht? Welche Ausnahme von der Ausnahme der Ausnahme der Ausnahme der Ausnahme einer Ausnahme steht einer Regel im deutschen Recht gleich?
Heft 11 der NJW, das am 5. März erscheinen wird, ist wieder ein Schwerpunktheft zu Themen aus Literatur, Kunst und Recht. In seinem Beitrag "Juristische Kuriositäten - ein Spaziergang durch den Paragrafendschunget" beantwortet dort Jura-Student Hanjo Hamann diese und andere Fragen, die wir selbst bisher nicht zu stellen wagten.