Hanjo Hamann / Fachtexte

20 … Open Access in German Legal Academia. Challenges and Perspectives, blogdroiteuropéen 25.10.2017

This contribution introduces readers to academic Open Access publishing in German jurisprudence. This article was first published on the 25 October 2016, updated on the 25 October 2017.

19 … VGH Mannheim verhandelt über Open Access. Müssen Wissenschaftler ihre Ergebnisse frei zugänglich machen?, LTO 8 (2017), Nr. 24747, S. 1–2, gemeinsam mit Fabienne Graf

Der VGH Mannheim hat verhandelt, ob Universitäten ihre Professoren zwingen dürfen, veröffentlichte Erkenntnisse frei verfügbar zu machen. Die lang erwartete Abwägung zwischen Urheber- und Wissenschaftsrecht steht aus, der Fall geht wohl zum BVerfG.

18 … The Fabric of Language and Law. Towards an International Research Network for Computer Assisted Legal Linguistics (CAL²), JLL 6 (2017), S. 101–109, gemeinsam mit Friedemann Vogel

Law and language can be described as complex institutions with emergent properties, like intricate fabrics woven from single-colored fibers. This metaphor suggests to think of legal language in terms of “patterns”: Recurrent motifs in the fabric that the individual language user may not (and in most cases cannot) be aware of, though they explain the development of language more coherently than any narrative based on a priori rules. This perspective corresponds with the recent trend towards computer linguistics using “text as data”. To discuss how these approaches might impact research on the language of law, the Heidelberg Academy of Sciences and Humanities hosted the first international conference on “The Fabric of Language and Law” from the perspective of legal corpus linguistics. Selected papers presented at this meeting in March 2016 were subsequently peer-reviewed and published in an eponymous volume of the International Journal of Language & Law (JLL), edited by the present authors as convenors of the conference. This special issue introduction elaborates on the topic of this meeting, summarizes its contributions, and contextualises the publications that resulted from it. The authors hope that this exchange, which has meanwhile been continued across the Atlantic, may help to establish an international network for research on Computer Assisted Legal Linguistics (CAL²).

17 … Richter im Internet. Editionsbericht zur Digitalisierung der Geschäftsverteilungspläne der deutschen Bundesgerichte seit dem Zweiten Weltkrieg, fhi 21 (2017), Nr. 8, S. 1–12

Die freie Verfügbarkeit amtlicher Rechtstexte in Deutschland schreitet voran. Nachdem die Bundesgesetze und -verordnungen seit 25.11.2005 unter www.gesetze-im-internet.de, die Verwaltungsvorschriften seit 27.11.2007 unter www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de und die neueren Entscheidungen der Bundesgerichte seit 27.1.2016 unter www.rechtsprechung-im-internet.de verfügbar sind, folgte im Februar 2017 mit www.richter-im-internet.de ein neues Informationsportal zu den Zuständigkeiten und Personalien der deutschen Bundesjustiz. Damit liegt ein neues Korpus von Forschungsdaten digitalisiert vor, das für die (Rechts-)Geschichte gleichermaßen nützlich sein wird wie für die Politikwissenschaft, Soziologie und andere empirische Sozialwissenschaften.

16 … Offene Wissenschaft. Wie kann sich Freies Wissen weiter entwickeln? (Interview), WMde-Blog 28.6.2017

Bereits 2015 wurde Wikidata mit dem Preis „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ prämiert, in diesem Jahr ist es die Onlineplattform www.Richter-im-Internet.de von Hanjo Hamann aus dem Fellow-Programm Freies Wissen 2016/17, das im vergangenen Jahr von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband ins Leben gerufen wurde. Im nachfolgenden Interview berichtet der Preisträger über die Bedeutung von Offenheit in der Wissenschaft, Wikidata und was in Zukunft für Freies Wissen getan werden muss.

15 … Computer-Assisted Legal Linguistics. Corpus Analysis as a New Tool for Legal Studies, Law & Soc. Inq. 42 (2017), S. 1–24, gemeinsam mit Friedemann Vogel / Isabelle Gauer

Law exists solely in and through language. Nonetheless, systematical empirical analysis of legal language has been rare. Yet, the tides are turning: After judges at various courts (including the US Supreme Court) have championed a method of analysis called corpus linguistics, the Michigan Supreme Court held in June 2016 that this method “is consistent with how courts have understood statutory interpretation.” The court illustrated how corpus analysis can benefit legal casework, thus sanctifying twenty years of previous research into the matter. The present article synthesizes this research and introduces computer-assisted legal linguistics (CAL2) as a novel approach to legal studies. Computer-supported analysis of carefully preprocessed collections of legal texts lets lawyers analyze legal semantics, language, and sociosemiotics in different working contexts (judiciary, legislature, legal academia). The article introduces the interdisciplinary CAL2 research group (www.cal2.eu), its Corpus of German Law, and other related projects that make law more transparent.

14 … Computergestützte Rechtslinguistik (CAL²). Das Gewirk von Sprache und Dogmatik des Rechts am Beispiel des JuReko-Referenzkorpus, S. 251–255 in: Heidelberger Akademie der Wissenschaften (Hrsg.), Jahrbuch 2016, Verlag Winter, Heidelberg 2017, gemeinsam mit Friedemann Vogel

Das Kollegprojekt „Juristisches Referenzkorpus (JuReko)“ widmet sich interdisziplinär den Möglichkeiten und Grenzen einer „Ausmessung“ juristischer Diskurse. Dabei werden neuere Erkenntnisinteressen und Methoden zweier Disziplinen – der Rechts- und Sprachwissenschaft – vereint und Wege zur Entwicklung einer computer- und korpusgestützten Rechtslinguistik beschritten. Die Begegnung einer evidenzbasierten Jurisprudenz mit der empirischen Computerlinguistik ermöglicht es, in großen Textmengen Diskurssedimente aufzuspüren und dadurch die Entstehung und Entwicklung dogmatischer Lehren, wissenschaftlicher Schulen und sozialer Netzwerke zu untersuchen.

13 … Müssen Richter mit allem rechnen? Empirische Realitäten im Rechtssystem, MPG Jahrbuch 6.3.2017

Kontinentaleuropäisches Rechtsdenken steht Empirie und Statistik traditionell eher fern. Und doch versuchen Juristen schon seit über einhundert Jahren, Erkenntnisse über den Ist- und den Soll-Zustand der Gesellschaft zusammenzubringen. Diese Versuche mussten sich immer wieder an neue Denkparadigmen anpassen und richten sich heute auf die argumentative Bewältigung verschiedener Weltbeschreibungen; insofern sind sie für die Rechtsarbeit unverzichtbar und werden auch die juristische Ausbildung künftig entscheidend prägen. Komplexe Rechtswirklichkeiten erfordern statistisches Rechtsdenken.

12 … Gerichtsurteile als Menschenwerk. Zum Editionsprojekt „Die Namen der Justiz“, WMde-Blog 23.2.2017

Das Fellow-Programm Freies Wissen wurde 2016 von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband initiiert, um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei zu unterstützen, ihre eigene Forschung und Lehre im Sinne von Open Science zu öffnen und damit für alle zugänglich und nachnutzbar zu machen. In diesem Gastbeitrag stellt der Stipendiat Hanjo Hamann sein Projekt vor, welches er im Rahmen des Fellow-Programms durchführt.

11 … Freier Zugang zur juristischen Fachliteratur im Spiegel der Open-Science-Bewegung. Reflexionen zur Tagung «Open Access in den Rechtswissenschaften» vom 27. Mai 2016 an der Universität Bern, sui generis 3 (2016), S. 96–104

Die Wissenschaftskommunikation befindet sich weltweit im Umbruch: Einflussreiche Forschungsinstitutionen wollen bis 2020 die Resultate aller öffentlich finanzierten Forschung frei im Internet zugänglich machen. Die sogenannte Open-Access-Bewegung wird auch die Rechtswissenschaft in ihren Grundfesten erschüttern, wenn Juristen nicht frühzeitig vorbauen. Nur eine breite und ergebnisoffene Diskussion über die Ursachen, Potentiale und Gefahren von Open Access kann verhindern, dass die Besonderheiten der juristischen Fachkultur und die gewachsenen Strukturen ihrer Verlage in den entscheidenden Debatten übersehen oder übergangen werden. Diese Diskussion wurde nun durch eine Tagung an der Universität Bern eröffnet, die neue Impulse gesetzt hat und zu weitergehenden Reflexionen über den Mehrwert von Open Access, den bisherigen Widerstand vieler Rechtswissenschaftler und die künftige Rolle der juristischen Fachverlage anregt.

10 … The Hog Cycle of Law Professors. An Econometric Time Series Analysis of the Entry-level Job Market in Legal Academia, PLoS ONE 11 (2016), Nr. e0159815 & e0168041, S. 1–22, gemeinsam mit Christoph Engel

The (German) market for law professors fulfils the conditions for a hog cycle: In the short run, supply cannot be extended or limited; future law professors must be hired soon after they first present themselves, or leave the market; demand is inelastic. Using a comprehensive German dataset, we show that the number of market entries today is negatively correlated with the number of market entries eight years ago. This suggests short-sighted behavior of young scholars at the time when they decide to prepare for the market. Using our statistical model, we make out-of-sample predictions for the German academic market in law until 2020.

9 … “Begin at the beginning”. Lawyers and Linguists Together in Wonderland, Winnower 3 (2016), Nr. 4919, S. 1–9, gemeinsam mit Friedemann Vogel / Dieter Stein / Andreas Abegg / Łucja Biel / Lawrence M. Solan

What do patterns in legal language tell us about power, policy and justice? This question was at the heart of a conference on “The Fabric of Language and Law: Discovering Patterns through Legal Corpus Linguistics”, convened in March 2016 by the international research group “Computer Assisted Legal Linguistics” (CAL²) under the auspices of the Heidelberg Academy of Sciences. About forty scholars from Germany, Switzerland, Italy, Poland, Spain and the US brought together their different intellectual and disciplinary perspectives on computational linguistics and legal thinking. Concluding the conference, four legal linguistics experts – two native linguists, two native lawyers – discussed the perspectives and limitations of computer-assisted legal linguistics. Their debate, which this article faithfully reproduces, touches on some of the essential epistemological issues of interdisciplinary research and evidence-based policy, and marks the way forward for legal corpus linguistics.

8 … Juristisches Referenzkorpus (JuReko). Computergestützte Zugänge zu Sprache und Dogmatik des Rechts, S. 288–291 in: Heidelberger Akademie der Wissenschaften (Hrsg.), Jahrbuch 2015, Verlag Winter, Heidelberg 2016, gemeinsam mit Friedemann Vogel

Das Projekt ist ein Beitrag zur interdisziplinären Rechtsforschung und widmet sich den Möglichkeiten und Grenzen einer „Ausmessung“ juristischer Diskurse. Dabei werden neuere Erkenntnisinteressen und Methoden zweier Disziplinen – der Rechts- und Sprachwissenschaft – vereint und Wege zur Entwicklung einer computer- und korpusgestützten Rechtslinguistik beschritten. Damit schlägt das Projekt Brücken zwischen neuerer empirischer Rechtsforschung auf der einen und computergestützter und rechtsmethodisch geschulter Korpuslinguistik auf der anderen Seite.

7 … „Pasta“ mit „Sauce“ und „Wurst“. Eine Eselsbrückensammlung für Jurist(inn)en, Esel brück' Dich! 1.6.2016

Im zweiten Heft der Zeitschrift für Didaktik der Rechtswissenschaft (ZDRW) von 2016 erschien mein Aufsatz unter dem Titel „Gedächtniskunst in der Rechtsdidaktik. Zum Wert von Eselsbrücken für Studium, Referendariat und Rechtspraxis“, der auch Beispiele für juristische Eselsbrücken zusammenstellte. Aus Platzgründen musste die dort abgedruckte Sammlung allerdings auf 20 Eselsbrücken gekürzt werden, daher wird die ursprünglich vorgesehene Sammlung von 73 Eselsbrücken (und einigen weiteren nur in Fußnoten erwähnten) nun als Zusatzmaterial auf der Lernplattform www.eselbrueckdich.de zur Verfügung gestellt.

6 … Vom corpus iuris zu den corpora iurum. Konzeption und Erschließung eines juristischen Referenzkorpus (JuReko), S. 275–278 in: Heidelberger Akademie der Wissenschaften (Hrsg.), Jahrbuch 2014, Verlag Winter, Heidelberg 2015, gemeinsam mit Friedemann Vogel

Das Projekt versteht sich als Beitrag zur interdisziplinären Rechtsforschung und widmet sich den Möglichkeiten und Grenzen einer „Ausmessung“ juristischer Diskurse. Dabei werden neuere Erkenntnisinteressen und Methoden zweier Disziplinen – der Rechts- und Sprachwissenschaft – vereint und Wege zur Entwicklung einer computer- und korpusgestützten Rechtslinguistik beschritten.

5 … Zwei Drittel der Wirklichkeit, SSRN 30.8.2012, gemeinsam mit Christiane Heinicke

Welche Medien eignen sich für den öffentlichen Diskurs über brisante rechtliche und politische Fragen? Darum geht es in der folgenden Kurzgeschichte. Sie thematisiert die umstrittene Beschränkung des freien Zugangs zu deutschen Gerichtsurteilen, die jüngst durch ein spektakuläres Urteil des Verwaltungsgerichtshofs von Baden-Württemberg in die Presse geraten ist (nachzulesen in: Spiegel v. 12.5.2013, Legal Tribune Online v. 6.6.2013, Badische Zeitung v. 18.6.2013). Anhand dieses Themas stellt die Geschichte dar, wie die Beschränkungen traditioneller Presseorgane dazu führen können, dass wichtige Fragen systematisch vernachlässigt werden, zugunsten oberflächlich interessanterer und leichter zugänglicher Themen. Ökonomische und politische Sachzwänge tragen dazu ebenso bei wie psychologische Gruppendynamiken. Partizipative Internetmedien hingegen sind dank ihrer größeren Unabhängigkeit und dezentralen Organisation flexibler, können leichter provokante Fragen aufwerfen und bisweilen sogar größere Rechercheressourcen mobilisieren. Andererseits sind Internetmedien oft weniger originell, weniger zuverlässig und leichter zu instrumentalisieren. An mehreren Beispielen der letzten Jahre illustriert die Geschichte diese Erkenntnisse und stellt unausgesprochen die Frage nach der Rolle investigativer Recherchen im Medienmix der Zukunft.

4 … Kuriose Gesetzestexte. SozSichAbkÄndAbk2ZAbkTURG ist einfach kürzer, SPON 6.7.2009

Doppelungen, Wortungetüme, Abkürzungsbandwürmer - in deutschen Gesetzestexten findet sich so manche verbale Entgleisung. SPIEGEL ONLINE stellt die kuriosesten Sprachkreationen vor.

3 … Student Participation in Legal Education in Germany and Europe, GLJ 10 (2009), S. 1095–1112, gemeinsam mit Lisa Rieder

In Germany, the possibilities of students to participate in and contribute to legal education are generally quite limited. Compared to the legal education systems in the USA and Canada, the course of studies is rather theoretical and quite anonymous. Communication between students, faculty staff and deans is rare, and classes are fairly big. As to the abstractness of the curriculum, several changes have been made to improve the situation. For example, a reform in 2003 was supposed to increase foreign language competence and provide for more specialization and practical relevance. However, the system can still (or again) be considered to be “under construction”. Many important skills are not being taught, and the awareness of the international, social and cultural contexts is largely neglected or lacking reference to the subject matter. There is an ongoing debate about further changes to the legal educational systems especially about the adoption of the Bologna Process. While some consider it inapplicable to the German system, others have already started transferring it at their university. Several federal states have meanwhile started endorsing a basic reform. However the next rulings will not be until 2011. Presently scholars, policy-makers in the field of education and economists face the challenge of devising strategies for legal education that meet the needs and interests of all ”stakeholders” while being compatible with the traditional German system. Students are curious and concerned about the future of their curriculum. Their means of participation include a) passively evaluating teachings, b) actively engaging in a student parliament or self-governed student councils of a special field (so-called Fachschaften) and c) actively involving in student organizations.

2 … Übungsfall: A Life 4 Sale, ZJS 2 (2009), S. 267–273

Der Übungsfall richtet sich an Studierende fortgeschrittener Semester und spinnt eine wahre, wenn auch bizarre, Begebenheit aus der Tagespresse weiter. Die erste Frage betrifft rechtliche Probleme der Internetauktion, die Formerfordernisse des § 311b BGB sowie das Mangelgewährleistungsrecht bei Kauf einer Sachgesamtheit. Die zweite Frage thematisiert das Institut der Vertragsübernahme.

1 … The Importance of Intercultural Competence in the Development of Successful International Businesses, SSRN 1.8.2004

The essay discusses the importance of language learning, understanding of other peoples, and cultural awareness (together "intercultural competence") in developing successful business. It outlines theoretical problems posed by cross-cultural business ventures and then considers, in turn, three essential phases in the product life cycle (adaptation, engineering and marketing). Using various examples from recent years and two case studies (British East India Company and Infineon Technologies), it illustrates how business ventures can falter from a lack of intercultural competence or flourish in its presence. – The essay won 1st prize in the 2004 John Payne Competition of the European Business School (ebs) London.